Brief aus meinem Garten 6
Monet besucht mich
und enthüllt mir ein Geheimnis, das sich nur durch Erklärung erschließt.
Ich erinnere mich an das großartige Gemälde „Der Bahnhof Saint-Lazare“. Im Musée d’Orsay stand ich gebannt vor diesem impressionistischen Werk und versuchte zu begreifen, was ich da eigentlich sah: eine Abfolge von Eindrücken, die sich beim Betrachten veränderten, und das Unverständnis, dass eine einfache Bewegung meinerseits die Farben veränderte.
Ich betrachtete staunend das Grau des Rauchs im Gemälde und begriff, dass dieser Rauch nicht nur grau war. Er wechselte auch zu einem strahlenden Weiß oder einem tiefen Schwarz, spärlich erleuchtet von den gelben Reflexen eines Scheinwerfers. Das Grau des Rauchs barg unzählige Variationen. Ich fragte mich, wie man die Farbe von Rauch definieren sollte.
Ich betrachtete staunend das Grau des Rauchs im Gemälde und begriff, dass dieser Rauch nicht nur grau war. Er wechselte auch zu einem strahlenden Weiß oder einem tiefen Schwarz, spärlich erleuchtet von den gelben Reflexen eines Scheinwerfers. Das Grau des Rauchs barg unzählige Variationen. Ich fragte mich, wie man die Farbe von Rauch definieren sollte.
Ohne zu zögern antwortete ich: grau. Monet jedoch malte ihn in Kobaltblau, in Bleiweiß. Ich war beunruhigt und dachte über das nach, was ich über die Farbe von Schatten gelernt hatte. Laut Vinciane Lacroix hängt diese vom Objekt ab, das seinen Schatten wirft: „Die diffuse Reflexion bestimmt die sogenannte Lokalfarbe des Objekts: Orange beim Kürbis, Rot beim Apfel und schließlich Grün bei der Zitrone.“ Alles hängt von der Farbe des Lichts ab, das darauf fällt.
So lässt sich das Licht des Schattens manipulieren, um eine Atmosphäre zu verändern. Dasselbe gilt für den Rauch in den Gemälden von Monet und Manet. Farben und Schatten – was wären Farben ohne Schatten?
PS: Mit dem Gemälde „Gare Saint-Lazare“ hatten Impressionisten wie Manet und Monet einen Schlüssel zur Natur gefunden, der ihnen als Freilichtatelier diente. Baudelaire nannte dies: „eine Einladung zum Reisen“.
So lässt sich das Licht des Schattens manipulieren, um eine Atmosphäre zu verändern. Dasselbe gilt für den Rauch in den Gemälden von Monet und Manet. Farben und Schatten – was wären Farben ohne Schatten?
PS: Mit dem Gemälde „Gare Saint-Lazare“ hatten Impressionisten wie Manet und Monet einen Schlüssel zur Natur gefunden, der ihnen als Freilichtatelier diente. Baudelaire nannte dies: „eine Einladung zum Reisen“.
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